Arbeit mit Diagrammen

Diagramme sind zeichnerische Darstellungen von Zahlenwerten. Man nennt sie auch "gezeichnete" Tabellen.

Checkliste zur Diagrammauswertung

  1. Einordnung des Diagramms

    • Wie lautet das Thema?
    • Wann wurden die Zahlen veröffentlicht?
  1. Form der Darstellung

    • Um welche Form von Diagramm handelt es sich?
    • Welche Maßzahlen werden verwendet?
    • Welche Einheiten (absolute Zahlen, Mittelwerte, Gebiete, Zeiteinheiten, Zeitabschnitte) werden verwendet?
  1. Beschreibung des Diagramms

    • Welches sind die wichtigsten inhaltlichen Aussagen?
    • Welche unbekannten Begriffe müssen geklärt werden?
    • Welche Besonderheiten und Auffälligkeiten sind zu nennen?
    • Welche Höchst- und Tiefstwerte sind gegeben? Treten Durchschnittswerte auf?
    • Welche Größenordnungen und zeitlichen Entwicklungen sind festzustellen?
      Sind die Entwicklungen gleichmäßig oder treten Sprünge auf?
    • Sind Richtungen oder Abschnitte von Entwicklungen festzustellen?
Häufig gebrauchte Formen der Diagrammdarstellung sind:

  1. Stabdiagramm (Strich- oder Säulendiagramm)
  2. Streifendiagramm (Banddiagramm)
  3. Kreisdiagramm (Kreissektorendiagramm)
  4. Kurvendiagramm (Liniendiagramm)
Selten genutzte Formen der Diagrammdarstellung sind:

  1. Dreiecksdiagramm
  2. Fließdiagramm (Pfeildiagramm)


1. Das Stabdiagramm stellt Zahlenwerte in einer Folge geordnet dar, z. B. Erntemengen mehrerer Jahre, Flächengröße von Staaten, Länge von Flüssen. Die Stabhöhe gibt den in der Tabelle genannten Zahlenwert wieder. Die Höhenskala beginnt bei Null. Alle Stäbe sind gleich breit.



2. Das Kurvendiagramm stellt veränderliche Zahlenwerte bzw. Entwicklungen in Abhängigkeiten von der Zeit in einem Gitternetz (Rechteckgitter, Achsenkreuz) dar, z.B. Temperaturverlauf während eines Jahres (Temperaturkurve), Bevölkerungszahl eines Staates über mehrere Jahre (Bevölkerungsentwicklung). Die x-Achse entspricht der Zeitachse. Die y-Achse entspricht der Mengenachse. Die Zahlenwerte der Tabelle werden als Punkte (kleine Kreuze oder Kreise) eingetragen und durch eine Linie miteinander verbunden.



3. Das Streifendiagramm stellt die Anteile an einer Gesamtmenge dar. Die Gesamtlänge des Streifens wird gleich 100 Prozent gesetzt. Sie wird entsprechend den Prozentverhältnissen in Teilmengen gegliedert. Diese Form des Diagramms eignet sich bei der Gliederung von Flächen (z. B. Bodennutzung in der VR China).



4. Das Kreisdiagramm ist ebenfalls geeignet, die Anteile an einer Gesamtmenge zu veranschaulichen. Die Prozentverhältnisse werden durch Kreisausschnitte (Sektoren) abgebildet.



5.Das Dreiecksdiagramm geht aus einem schiefwinkligen Koordinatensystem hervor. Grundlage ist das gleichseitige Dreieck, denn die Summe der Senkrechten, die von einem beliebigen Punkt im Inneren des Dreiecks auf eine Seite gefällt werden, ist konstant. Als Summe wird allgemein 100 % festgelegt. Die Höhe des Dreiecks entspricht 100 % Ein Punkt im Dreieck gibt durch seine Lage an, wie sich die Summe von 100% zusammensetzt. Die Beschriftung der Skalen erfolgt außen auf den Dreiecksseiten.



6. Das Fließdiagramm ist eine Form der Liniendiagramme. Durch Pfeile werden Beziehungen zwischen Erscheinungen dargestellt. Diese werden durch bildhafte Zeichnungen, Symbole oder verbale Bezeichnungen ausgedrückt. Verbale Bezeichnungen kann man in einen Linienrahmen (Rechteck, Quadrat, Kreis, Dreieck, Ellipse)setzen. Die Art der Beziehung (kausal, prozessual) wird durch eine unterschiedliche Ausführung der Pfeile dargestellt.

Modell des kommunalen Wachstums



Bedeutung der Pfeile

Kausalitätspfeil:
Zusammenhang von Ursache und Wirkung


Je mehr vom Faktor A, desto mehr vom Faktor B = positive Verstärkung (positive Aufschaukelung)


Je weniger vom Faktor A, desto weniger vom Faktor B = negative Verstärkung (negative Aufschaukelung)

Prozesspfeil:
Umsetzung von Stoffen und/oder Energie


Stoff A wird zu Stoff B.

Aktionspfeil:
Was tut der Mensch?

Folgepfeil:
Was folgt aus der Tätigkeit des Menschen?